Richtigstellung

geschrieben von PhanZero am 28. April 2011 um 02:42 Uhr

So, ich muss mal etwas richtigstellen. Denn: Ich habe mich geirrt. Mea Culpa. Hierbei geht es um folgende Aussage bezüglich des Portal 2-Testes der GamePro:

Zitat:
Wobei auch Portal 2 so ein Fall ist: Man nehme den Artikel von Heinrich Lenhardt (GameStar), füge einen kurzen Nebensatz ein bezüglich der Veröffentlichung als Arcadetitel (kann sein, dass es auch mehr Änderungen im Text gibt, die mir beim Überfliegen nicht aufgefallen sind) und schon ist der Artikel von Thomas Wittulski und Heinrich Lenhardt und Herr Wittulski kann auch ein Fazit abgeben.

Quelle: GamePro-Forum, IVW-Zahlen I/2011, #69

Wer mich kennt weiss, dass ich ungerne etwas Falsches behaupte – und so habe ich einige Minuten des freien Tages mal genutzt, um diese Behauptung zu überprüfen. Dazu habe ich beide Artikel, den von Heinrich Lenhardt (auf GameStar.de) und den von Thomas Wittulski und Heinrich Lenhardt (auf GamePro.de), mit WinMerge verglichen. Ein paar Änderungen waren dafür schon notwendig: Ich habe die Formatierungen entfernt und Zeilenumbrüche entfernt. Da so ein langer, einfach fortlaufender Text wenig übersichtlich ist, habe ich sporadisch anhandder gefundenen Unterschiede nochmal einige Absätze wieder eingeführt. All das diente lediglich dazu, die Artikel leichter vergleichbar zu machen – ich habe inhaltlich keine Änderungen vorgenommen. Das musste ich erst beim Vergleich: Ein Absatz wurde an eine andere Stelle verschoben, was ich mal rückgängig gemacht habe – allerdings auch nur der Vergleichbarkeit wegen.

Und bei dem anschließenden Vergleich durfte ich feststellen: Herr Wittulski hat nicht bloss – wie von mir behauptet – einen Nebensatz eingefügt… nein, sogar einen ganzen Absatz extra hat er dem Artikel gewidmet! So findet sich ganz am Ende ein Systemvergleich zwischen Xbox 360 und PS3. Dafür musste natürlich der Absatz der GameStar weichen, in dem die Bedienung des Koop-Modus über die PC-Tastatur beschrieben wird. Ansonsten handelt es sich bei den Änderungen großteils um ausgetauschte Worte, ein paar kleinere Satzumbauten sowie inkonsequente Ersetzungen (aus “–” wird mal “-”, mal bleibt es bestehen, aber da ich mich mit den Konventionen hier nicht so gut auskenne kann ich grad nicht beurteilen, inwiefern da welche Schreibweise korrekt ist).

Ihr seht also: Ich habe dem Herrn Wittulski und der GamePro hier ganz klar Unrecht getan und entschuldige mich dafür, diese Arbeit herabgewürdigt zu haben. Es muss eine ungeheure Leistung gewesen sein, die hier seitens Thomas Wittulski erbracht wurde und definitiv etwas, wo man voller Stolz seinen Namen als Redakteur druntersetzen kann!

Rein zum Verständnis: Ich kann verstehen, dass man diesen Weg geht, Content zu haben für die Seite und eben auch das Heft. Aber es muss doch jedem klar sein, dass man damit einem Magazin seine Identität nimmt. Sie werden zu reinen Plattformen, die austauschbare Artikel rüberbringen. Einzig das Logo oben drüber unterscheidet sie dann noch. Nur ohne diese eigene Identität fehlt es auch dem Leser an Bindung an diese Marke – da muss man sich dann über abspringende Leser nicht wundern.

Der Vollständigkeit halber habe ich mal hier, stark verkleinert, die Übersicht aus WinMerge angehängt. Zur Erklärung: Rot kennzeichnet Unterschiede (also die Stellen, an denen Herr Wittulski aktiv geworden ist), auf der linken Seite eines Blattes steht die GameStar-Variante, auf der rechten Seite die GamePro-Fassung.

Blatt 1-4
Blatt 5-8

Wo sind die Hasen denn hin?

geschrieben von PhanZero am 2. April 2011 um 19:37 Uhr

Da solche Dinge im GamePro-Forum meist schnell untergehen, platziere ich meinen Ersteindruck zur neuen GamePro-Ausgabe (5_11) auch mal hier.

Im Editorial wird man von Markus Schwerdtel darüber informiert, dass er den Posten des Chefredakteurs an Michael Trier abgibt, sich die Leser aber nicht sorgen müssen, da “die alten Redakteurshasen” natürlich immer noch mit an Bord seien. Das beruhigt – bis man zum Testteil der Ausgabe kommt. 12 Tests warten dort, die weiter vorne liegenden 3DS-Kurztests mal ausser Acht gelassen. Schauen wir mal, wer diese verfasst hat:

Shift 2 Unleashed von Daniel Matschijewsky – Kommentar: Thomas Wittulski
Motorstorm Apocalypse von Michael Degner – Kommentar: Thomas Wittulski
Top Spin 4 von Michael Degner – Kommentar: Tobias Veltin
Tactics Ogre von Jörg Moldenhauer – Kommentar: Nino Kerl
Conduit 2 von Christian Ströhl – Kommentar: Thomas Wittulski
Pokémon von Jörg Moldenhauer – Kommentar: Nino Kerl

Zu den Berichten zu Crysis 2 und Homefront habe ich mich hier ja schon ausgelassen. Somit sind 8/12 Artikeln kaum aussagekräftig: Ein Fazit des Testers fehlt und stattdessen gibt es die Meinung eines anderen Redakteurs. Dem Tester wird kein Fazit gegönnt.

Was ist denn so verfickt schwer daran, Leuten ohne Comicbildchen einen Dummy-Avatar zu geben, um so dennoch deren Meinung darzustellen? Nein, stattdessen gibt es irgendein Gesicht, dass dem Leser Vertrautheit vermitteln soll – Glaubwürdigkeit auf FDP-Niveau.

Achja, wem die Namen Christian Ströhl und Jörg Moldenhauer nichts sagen: Die sind laut Impressum Praktikanten. Schön, dass man erstmal dort schauen muss um zu wissen, wessen Artikel man da gerade liest. Früher wurden die Praktikanten wenigstens noch kurz vorgestellt, das spart man sich mittlerweile.


Twitter und ich – Nachtrag

geschrieben von PhanZero am 31. März 2011 um 17:01 Uhr

Am 12. August 2009 habe ich hier die Twitter-Box rechts angebracht und angefangen, Twitter regelmäßiger zu nutzen (s. Twitter und ich). Mittlerweile nutze ich Twitter auch vermehrt am iPod. Darum möchte ich hier – für alle, die überlegen, ob es sich lohnt mir zu folgen – mal kurz auflisten, was es von mir bei Twitter gibt… und was nicht:

Bei mir im Twitter geht es kreuz und quer – ich stelle Links ein zu Blogeinträgen, zu neuen Artikeln von mir bei GameRadio oder interessanten News. Dazu kommt jede Menge sinnloses Geblubber, was mir eben gerade so im Kopf rumspukt. Ich nutze Twitter phasenweise. Es gibt Phasen, da folgt ein Tweet dem nächsten… und es gibt Tage, wo ich Twitter vollständig meide.

So, wen das alles jetzt nicht abschreckt, der kann mir – sofern noch nicht geschehen – gerne folgen: @PhanZero

(ja, das ist einfach nur eine versteckte Aufforderung, mir bei Twitter zu folgen *g*)


FDP ohne Plan und Verstand

geschrieben von PhanZero am 29. März 2011 um 20:09 Uhr

Panik ist nie ein guter Ratgeber. Ein Spruch, den sich die Damen und Herren der FDP eventuell aufs Kopfkissen sticken sollten. Aufgrund der für die FDP desaströs gelaufenen Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz denkt man in der Partei nun nach, wie diesem Verlust an Glaubwürdigkeit begegnet werden kann. Also schaut man, wer die Gewinner der Wahl ist: Die Grünen. Und übernimmt, was diese fordern.

Liebe FDP, das macht euch nicht glaubwürdiger, sondern offenbart einzig euren Willen, um jeden Preis an der Macht zu bleiben. Aber was hat der Bürger davon? Wenn die Grünen etwa die Stilllegung alter AKWs fordert, ist das glaubwürdig: Weil es ihr Programm ist, ihr Kernthema und weil sie es seit Jahren – im Grunde seit ihrer Gründung – so fordert. Aber die FDP? Erst die Laufzeiten zusammen mit der Union verlängern, um dann eine totale Kehrtwende zu machen? Nein, das ist nicht glaubwürdig.

Sicher, man kann argumentieren, dass man sich damals geirrt habe und die Risiken falsch eingeschätzt hat… und durch die Katastrophe in Fukushima nun eben zum Umdenken gekommen ist. Einziger Haken an der Sache: Man muss dieses Umdenken glaubhaft rüberbringen. Und da sieht es bei der FDP düster aus. Wären die Wahlen besser ausgegangen, würde es weitergehen wie gehabt.

Nein, die FDP hat nicht verstanden und sie wird auch nie verstehen. Wer in der Politik stets seine Fahne nach dem Wind ausrichtet muss sich nicht wundern, irgendwann in einen Sturm zu geraten. Die Grünen haben ein Programm, eine Richtung – das macht sie glaubwürdig. Die FDP hat nichts dergleichen, ausser die Veranlagung, opportunistisch jede Gelegenheit zu nutzen, um sich an die Macht zu krallen. Und Macht um ihrer selbst willen ist nie eine gute Sache.

Darum: FDP abwählen.

PS: Die grüne Blase wird auch noch platzen…


3DS, Amazon und Hermes

geschrieben von PhanZero am 25. März 2011 um 19:41 Uhr

Okay, das wird jetzt mein dritter Rant bezüglich Hermes. Wer es nicht mehr lesen kann, sollte die Seite jetzt schließen und besser den Gänseblümchen-Blog lesen. Ich hab nämlich ehrlich gesagt die Schnauze mit Hermes gestrichen voll – und Amazon stellt sich durch die Kooperation mit dieser Bande auch nicht besser.

Ich habe mir bei Amazon einen Nintendo 3DS vorbestellt. Wer mich kennt, weiss: Mit großer Vorfreude! Am 24.03. erhielt ich dann auch die Versandbestätigung und hab mich schon gefreut. Bis ich dann folgendes gelesen habe:

Zitat:
Versendet mit Hermes (Lieferung voraussichtlich: März 25, 2011).

Ab da war dann alle Vorfreude dahin! Und natürlich: Am 25.03. war das Gerät natürlich NICHT hier! Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn es mal klappt. 15 Uhr ging das Teil bei Amazon am Vortag raus – mit DHL Express kann eine Lieferung auch um 22 Uhr rausgehen und etwa um 8 oder 9 Uhr morgens(!) am Folgetag hier sein. Hermes eiert wieder rum: Um 5 Uhr ist das Paket in Sprockhövel, um 9:30 Uhr wird es von Wuppertal (weiter von meinem Wohnort weg als Sprockhövel) aus zugestellt – kommt nur nie an. Wir waren hier, den ganzen Tag… nur Hermes kam nicht.

Ich weiss mittlerweile, wie Hermes hier arbeitet: Es werden nie stattgefundene Zustellversuche erfunden, Lieferungen werden von einer Station zur nächsten und wieder zurück geschickt, verschwinden mal für ein paar Tage und sind dann nach weit über einer Woche mal bei uns – geliefert von einem gebrechlichen, alten Mann, der in einer privaten Schrottkarre vorfährt. Wenn das der Lieferwagen ist will ich den Firmensitz mal nicht sehen – vermutlich ist das der vermoderte Keller im Haus der dort liegenden, bereits mumifizierten, Eltern des Besitzers. Kurz: Es macht einen schäbigen Eindruck. Und diesen Leuten soll ich mein Paket anvertrauen? Hätte ich vor dem Versand gewusst, dass die Lieferung in den Händen von Hermes landet, hätte ich storniert und den 3DS einfach im Laden gekauft…

Der Versand erfolgte per Premiumversand – bringt natürlich nichts, wenn man die Schildkröten von Hermes dranlässt. Mir stellt sich einfach die Frage, warum Amazon dem Kunden nicht die Wahl lässt, welchem Dienstleister er seine Bestellungen anvertraut? Der Kunde weiss wohl am besten, wie die jeweiligen Lieferdienste vor Ort sind – und kann am besten eine Entscheidung treffen.

Nochmal in aller Kürze:
@Amazon: Ihr glaubt doch nicht allen Ernstes, dass ich Amazon Prime verlängere, wenn mir der Premiumversand den gleichen Ärger bringt wie der reguläre Versand! Lasst euren Kunden die verdammte Wahl! Lernt mal googlen, dann seht ihr recht schnell, mit was für einer Bagage ihr euch da ins Bett gelegt habt.

@Hermes: Ihr konntet es nie, könnt es nicht und ihr werdet es auch nie können. Vegetiert doch bitte in einer anderen Branche vor euch hin…


Synergie in der Heimatfront-Krise

geschrieben von PhanZero am 22. März 2011 um 23:30 Uhr

Was Synergie ist, habe ich ja bereits demonstriert. Wie man dies auf die Spitze treibt, zeigt uns dagegen der Meister: Die IDG-Wolke, manifestiert in der Form der Webseiten GamePro.de und GameStar.de. Und das sogar, sind ja immerhin zwei Seiten, gleich mit zwei Rezensionen der letzten Zeit, nämlich zu den Spielen Homefront und Crysis 2.

Die Homefront-Rezension wurde verfasst von Markus Schwerdtel und Fabian Siegismund. Ersterer gehört zur GamePro-Redaktion, zweiterer zur GameStar-Redaktion. Und so findet sich der Artikel auch auf beiden Seiten wieder. Markus Schwerdtel erklärt zur Entstehung dieses Werkes:

Zitat:
Sowohl Fabian als auch ich haben Homefront durchgespielt. Dann haben wir lang über das Spiel diskutiert und dabei auch noch etliche Kollegen zu Rate gezogen, die den Titel ebenfalls gespielt haben. Dann hat Fabian den Solomodus-Text geschrieben und ich die Absätze über den Multiplayer-Modus (den man auf Konsolen einfach schon früher vernünftig testen konnte als auf dem PC).

Quelle: GamePro-Forum, Homefront – Test, #11

Eine ähnliche Antwort gibt Kai Schmidt zur Entstehung der Rezension zu Crysis 2, verfasst von Thomas Wittulski (Redakteur für die IDG-Cloud) & Fabian Siegismund:

Zitat:
Der Text stammt ursprünglich von Fabian, Thomas hat ihn für uns überarbeitet, da er das Spiel auch durchgezockt hat. Und natürlich sind in den Artikel die Erfahrungen beider Redakteure eingeflossen, da sie sich über das Spiel rege ausgetauscht haben.

Quelle: GamePro-Forum, Crysis 2 – Test, #31

So, und jetzt sage ich nochmal, was ich schon im Thread zur Homefront-Rezension geschrieben habe (Synergie, ihr wisst schon, nachlesen könnt ihr es hier): Das ist für’n Arsch! Nett formuliert ist das ein Meinungs-Eintopf – man nimmt zwei Meinungen, schmeißt sie in einen Topf, rührt um und was rauskommt, ist dann der Artikel samt Bewertung. Aber was sagt der noch aus? Ich kann als Leser nicht mehr erkennen, welches Teil dieses Stückwerkes von welcher Person stammt – und sage mir keiner, dass nicht im Text immer auch ein Stück Subjektivität mitschwingt. Angenommen, ich finde die Steuerung gelungen, meinem “Mit-Tester” ist sie dagegen ein wenig zu schwammig – was wird dann draus?

Offensichtlich hat die GamePro eine andere Auffassung von Meinung als ich. Wenn ich für GameRadio.de einen Artikel verfasse, dann gibt der meine Meinung wieder, meine Einschätzung des Spieles. Für die GamePro heisst Meinung Konsens. Und nun sagt mir, wer da etwas falsch verstanden hat. Will ich wissen, auf welche Meinung sich zwei Redakteure geeinigt kriegen… oder will ich wissen, was der einzelne denkt?

Dabei kann die Lösung so einfach sein. Und ich habe sie schon mehrmals im GamePro-Forum erklärt, zuletzt bei der Homefront-Rezension (hier). Ich zitiere also mal mich selber:

Zitat:
Einer schreibt den Artikel. Es sollte dabei hervorgehen, welche Version er gespielt hat. Der Artikel sollte einigermaßen neutral bleiben, ein wenig Subjektivität lässt sich aber nunmal nicht verbergen. Das ist okay! Dieser Tester, der das Spiel auch am weitesten gespielt haben sollte, verfasst seinen Meinungskasten (der vor Subjektivität nur so sprießen darf!) und vergibt auch die “offizielle” Wertung. Es ist SEIN Artikel, SEINE Meinung und SEINE Wertung. Jeder andere Redakteur, der das Spiel auch gespielt hat, egal auf welcher Plattform (was aber ersichtlich gemacht sein sollte, etwa durch ein “Bei der PS3-Fassung ist es dagegen so, dass…”), kann dann einen Meinungskasten mit SEINER Meinung und SEINER Wertung dranhängen.

Das funktioniert bei GameRadio problemlos. Nehmen wir als Beispiel Dissidia 012 [duodecim] Final Fantasy: Getestet hat es Jens. Von ihm ist der Artikel, der SEINE Meinung enthält. Ebenso das Fazit und damit die “offizielle” Wertung. Ich habe dem Artikel einen Meinungskasten beigesteuert, weil ich das Spiel auch hier liegen habe und auch etwas dazu sagen wollte. Nämlich MEINE Meinung. In dem Fall geht sie mit der von Jens konform und wir kamen (unabhängig voneinander!) zur gleichen Wertung – Zufall, sicherlich. Ein anderes Beispiel stellt Dragon Age 2 dar: Getestet hat es Jan, von ihm ist der Artikel, sein Fazit und die offizielle Wertung. Dies ist seine, ihm ungenommene, alleinige Meinung. Dem hat Sören ein Fazit beigefügt, in dem er dem Spiel 6% weniger gibt – eben seine Meinung. Teilweise gibt es auch Spiele, wo die Meinungen komplett auseinander gehen. Ich denke da gerade an Bioshock: Karl vergab damals ein “Okay”, weil ihm das Spiel im Vergleich zum spirituellen Vorgänger (System Shock 2) nicht gefiel – Michael, Chris und Benjamin fanden es Ausgezeichnet. Da kann man über Karls Meinung sicherlich streiten (sage selbst ich als großer System Shock 2-Fan!), aber genau das macht eben eine Meinung aus. Man kann sie akzeptieren oder ablehnen, man kann darüber diskutieren, streiten… diskutieren.

IDG jedoch liefert lieber eine weichgespülte Meinungslosigkeit. Und das ist stinklangweilig!

PS: Will ich einen Meinungsdurchschnitt, schaue ich auf metacritics.com oder critify.de. ;)


Schwarzer Bildschirm des Todes

geschrieben von PhanZero am 19. März 2011 um 13:13 Uhr

Auf GameRadio.de habe ich ja schon die News gebracht: Homefront wird durch einen fiesen Bug unspielbar gemacht. Das ist für alle Betroffenen natürlich ärgerlich. Mein Mitleid für die Entwickler (KAOS Studio) und den Publisher (THQ) ob der negativen Presse, enttäuschten Fans und des drastischen Preissturzes des Spieles samt zig Rückgaben bei den Händlern hält sich allerdings in Grenzen – es ist einzig und alleine deren Schuld, dass die Käufer frustriert sind!

Mindestens vier Tage, teilweise sogar mehr, sind mittlerweile vergangen, in denen für viele ein rechtmäßig erworbenes Spiel nicht spielbar war. Dabei hätte das Problem wohl schon früher angegangen werden können: Angeblich hat ein User vor dem Release dieses Problem schon im offiziellen Forum des Spieles geschildert – und wurde abgewiesen mit der Begründung, dass das Spiel noch nicht veröffentlicht sei. Das legt natürlich den Verdacht nahe, dass man die Sache unter den Teppich halten wollte, um den Release (und die Vorbestellungen) nicht zu gefährden. Ob das alles so stimmt, kann man nur mutmaßen, ich traue es den Beteiligten allerdings mittlerweile definitiv zu.

Aktuell kursiert eine Lösung, bei der man mit einem Moddingtool eine Datei aus dem Gamerprofil löscht – was natürlich das Risiko beinhaltet, aufgrund einer Modifikation an Systemdateien von Xbox Live gebannt zu werden. Davon kann man also nur abraten – es MUSS eine Lösung von Seiten der Entwickler geben, die nicht dieses Risiko beinhaltet. Ausser zig Bekundungen, dass man an einer Lösung arbeite, hat sich in den vier Tagen jedoch nicht viel getan. Ist schon peinlich, wenn die Community mit Moddingtools hinbekommt, was THQ und KAOS Studio vier Tage lang nicht schaffen!

Ich kann jeden verstehen, der nun angepisst ist – KAOS Studio und THQ haben mit ihrem Qualitätsmanagement auf ganzer Linie versagt! Und auch bei der Problemlösung machen sie keine gute Figur: Die Käufer vier Tage (bislang!) warten zu lassen ist einfach nicht hinnehmbar. Bleibt die Frage, ob sie zumindest – wenn der Fehler dann endlich behoben ist – die Community für diesen Dreck in irgendeiner Form entschädigen. Angebracht wäre es allemal!

Also KAOS Studio und THQ: Finger mal aus dem Arsch ziehen und Gas geben! Hmm, das ist irgendwie zweideutig… bringt einfach endlich den Patch zustande, verdammt!


Kinder des Krieges

geschrieben von PhanZero am 16. März 2011 um 12:02 Uhr

Manchmal, da liebe ich das GamePro-Forum einfach für seine User. Das sind so furchtbar gute Menschen, dass ich fast vor Rührung heulen möchte! Aber fangen wir von vorne an:

Die GamePro hat das Spiel Homefront getestet. Dazu geben die User Kommentare ab. Nachdem erstmal festgestellt wurde, dass der Part über den Singleplayer auf der PC-Fassung basiert und von GameStar-Redakteur Fabian Sigismund stammt, geriet ein anderer Aspekt in den Fokus. Diesen kann man auch sehen, ohne das Spiel gespielt zu haben, indem man ein Video mit den ersten 20 Minuten schaut. Dort gibt es nämlich eine Stelle, in der der Spieler zwecks Abtransport von den koreanischen Besatzern in einen ehemaligen Schulbus bugsiert wird. Dort angekettet kann man durch die Scheiben das Geschehen auf den Straßen verfolgen. Zivilisten werden mit Plastiktüten erstickt, niedergeschossen, verprügelt, Liebende werden voneinander getrennt. Und dann kommt es: Ein kleiner Junge muss hilflos mitansehen, wie seine Eltern erschossen werden!

“Skandal!”, schreit da das gute Forum. Das geht doch nun wirklich zu weit, da Kinder zu zeigen. Dieses Leid, das will man nicht sehen. In Filmen und Büchern hätte keiner dieser guten Menschen an dieser Szene Anstoß genommen. Nehmen wir Batman, egal ob Film, Buch oder Comic: Der junge Bruce Wayne muss mitansehen, wie seine Eltern erschossen werden. Dieses Ereignis begründet letztlich den Kampf von Bruce Wayne gegen das Verbrechen. Es ist ungleich stärker präsent als die Szene in Homefront: Bruce Wayne ist der Hauptcharakter und diese Tat das Grundmotiv, auf das sich nahezu alle seiner späteren Handlungen zurückführen lassen. Bei Homefront allerdings ist es eine Szene, die am Straßenrand spielt – man kennt den Jungen nicht, man kennt die Eltern nicht… und man lernt sie auch nicht kennen.

Wer sich daran stört, einen solchen Moment in einem Videospiel zu finden, dass sich per Freigabe an Erwachsene richtet, der müsste bei einem Film mit einer Freigabe ab 12 Jahren (was Batman nunmal ist) und wo dieses Thema so stark im Vordergrund steht, auf die Barrikaden gehen! Wird aber nicht getan – selbst die ansonsten sehr schnittfreudigen Fernsehsender lassen diese Szenen bei der Ausstrahlung drin. Und niemanden stört es. Aber als eigene Szene ohne ein Davor und ohne ein Danach ist es plötzlich verwerflich? Das ist doch pure Heuchelei! Homefront spielt in einem besetzten Amerika, es herrscht Kriegszustand. Auszuklammern, dass auch Kinder darunter leiden, ist doch mehr als fragwürdig.

Wer dann noch mit seiner Küchentisch-Psychologie den Machern bescheinigt, “krank” zu sein, gleichzeitig aber User mit anderer Meinung als “leerer Hodensack” beschimpft, dem ist nun wahrlich nicht mehr zu helfen. Bei einer solch undifferenzierten Betrachtung muss es kaum verwundern, dass das Hobby Videospiele vor allem in der Spielzeug-Ecke stattfindet und nicht als Medium mit erwachsenen Inhalten ernstgenommen wird.


Kopierte Doktoren

geschrieben von PhanZero am 22. Februar 2011 um 09:37 Uhr

Die Medien kannten in der vergangenen Woche nur ein Thema: Verteidigungsminister zu Guttenberg und seine Doktorarbeit, welche aus allerlei kopierten Abschnitten zu bestehen scheint. Der (Selbst-)Verteidigungsminister hat dann am Freitag in einer Pressekonferenz darauf hingewiesen, seinen Doktortitel bis zum Ende der Prüfung des Sachverhaltes vorübergehend – und das betonte er – nicht mehr zu führen, danach aber wieder sehr wohl. Sich selbst keiner Schuld bewusst, hat er doch sieben Jahre hart an dieser Arbeit gewerkelt. Am darauffolgenden Wochenende hat er sich mal hingesetzt und seine Arbeit gelesen (vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben?). Und nun die Kehrtwende, das “Guttenberg-Manöver”: Er verzichtet auf das Tragen seines Doktortitels und bittet die Uni Bayreuth in einem Schreiben um die Aberkennung.

Irgendwie haben die Medien da auch etwas missverstanden. Dort ist davon die Rede, Herr zu Guttenberg werde seinen Titel ablegen. Das ist formal garnicht möglich! Er kann drauf verzichten, ihn zu tragen und bei Korrespondenz etwa anzugeben, aber auch ein zu Guttenberg kann nicht einfach so bestimmen, den Titel jetzt nicht mehr zu besitzen. Auch wenn es ihm sicher in den Kram passen würde, wenn da jetzt ganz schnell Gras über die Sache wachsen könnte.

Mit dieser, für ihn schmerzlichen Entscheidung, will er Schaden von seinem Doktorvater und der Universität Bayreuth abwenden… und natürlich auch weiteren Hohn und Spott gegen sich selbst. Ob die Rechnung aufgeht? Vermutlich ja – so traurig das auch ist. Ich halte nicht viel von dieser Schadenfreude, mit der die Häme über den Mann hereingebrochen ist, aber es stellen sich doch einige Fragen. Etwa die, wie derart offensichtlicher Plagiatismus bei der Prüfung der Arbeit nicht auffallen und vor allem mit einem “summa cum laude” belohnt werden konnte. Dahinter kann man einiges vermuten: Schlampige Prüfung, Geld, … was sich letztlich wohl niemals aufklären lassen wird, dafür wird gesorgt sein. Weiterhin muss sich die Frage stellen, aus welchen Quellen sich der gute Mann eventuell bedient hat, die eigentlich garnicht dafür gedacht waren (siehe den Verdacht, dass er sich beim wissenschaftlichen Dienst des Bundestags bedient haben soll). Das alles hat Geschmäckle, wie man neuerdings so schön sagt. Ich würde sagen, es stinkt. Und zwar gewaltig.

Es ist okay, ihn auf seinem Posten als Verteidigungsminister zu belassen. Wäre er allerdings ehrlich und vor allem konsequent, würde er dennoch abziehen. Er entlässt ohne weiteres Wimpernzucken andere und ist bei sich selbst derart inkonsequent? Sorry, aber das taugt nicht zur Führungsperson, sondern ist einfach nur selbstherrlich. Andere werden von ihm für ihre Fehler (karrieretechnisch) geköpft, er selbst verzichtet auf das Führen seines Doktortitels und das wars? Definitiv misst der gute Mann hier also mit zweierlei Maß und das auf eine Art, die ich als einfach nur widerlich empfinde.


Von Gut und Böse

geschrieben von PhanZero am 10. Februar 2011 um 19:02 Uhr

Ägypten übt die Revolution gegen Staatspräsident Mubarak. Das ist sicherlich ein interessantes Thema, interessanter finde ich aber, wie sich Sprache im Eiltempo wandelt – und es angenommen wird, als wäre es nie anders gewesen.

So wurde aus Staatspräsident Mubarak im medialen Sprachgebrauch schnell der Diktator oder Despot Mubarak, aus seiner Regierung ein Regime, aus dem verläßlichen Staat ein Unrechtsstaat. Und keiner scheint diesen plötzlichen Wandel zu bemerken (oder bemerken zu wollen?). Es erinnert ein wenig an das Wahrheitsministerium in Orwell’s Roman 1984 (ja, ich hasse Orwell auch!). Die Geschichte wird angepasst an die aktuellen Gegebenheiten – der Freund von heute kann morgen der Feind sein.

Als Videospieler erinnert mich das noch an etwas anderes: Metal Gear Solid: Snake Eater. Hier offenbart The Boss ja einigen Unmut über ähnliche Umstände. Soldaten aus Nationen, die heute noch Seite an Seite kämpfen und morgen sich als Feinde gegenüberstehen. Eine Auffassung, die Naked Snake, der spätere Big Boss, dann ja auch übernimmt und daraus seine eigenen Konsequenzen zieht.

Zitat von The Boss:
Just because soldiers are on the same side right now doesn’t mean they always will be. Having personal feelings about your comrades is one of the worst sins you can commit. Politics determine who you face on the battlefield. And politics are a living thing. They change along with the times. Yesterday’s good might be tomorrow’s evil.

Zitat von The Boss:
People’s values change over time. And so do the leaders of a country. So there’s no such thing as an enemy in absolute terms. The enemies we fight are only in relative terms, constantly changing with the times.

Bin ja mal gespannt, aus welcher Regierung demnächst ein Regime wird… und ob ein Regime vielleicht auch wieder zu einer Regierung werden kann oder darf. Willkommen in der lustigen Welt von Gut und Böse – willkommen im Wahnsinn!



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