Nachtrag zum Spiel des Jahres 2011

So, mittlerweile habe ich auch The Elder Scrolls V: Skyrim nachgeholt (zumindest weit genug gespielt, um es beurteilen zu können). Und nein, es findet seinen Weg NICHT in meine Liste der Spiele des Jahres 2011.

Ja, Skyrim macht Laune und hält mich mit zig Quests gut auf Trab. Aber wenn man bedenkt, wieviele Rollenspiele Bethesda schon gemacht hat, dann muten manche Dinge doch etwas komisch an. Nehmen wir die sogenannten Questobjekte, welche man nicht aus dem Inventar werfen kann. Das mag prinzipiell sinnvoll sein, da man sie so nicht verkaufen oder einfach irgendwo ablegen kann. Wenn man aber oft einfach nur die Gegend erkundet, findet man zig Gegenstände, von denen man nicht weiss, wem sie gehören. Durch diese erhöht sich das Gewicht des Inventars dann mehr und mehr. Eine Lösung wäre es gewesen, diese Sachen zumindest im eigenen Haus abstellbar zu machen – aber nein, doch nicht bei Bethesda, da muss man alles mit sich rumschleppen! Gemein: Manche wichtige Gegenstände sind nicht als Questobjekte definiert – man denke nur an die Masken. Andere “Nettigkeit” ist die Begrenzung der Händler-Vermögen. Das führt nämlich dazu, dass man mitunter nicht ansatzweise verkauft kriegt, was man so mit sich rumträgt. Bei einem Händler mit 250 Goldstücken wird man kaum die Hinterlassenschaften eines Drachens verkauft kriegen. Also im eigenen Heim auf ewig sammeln oder per Schnellreise allerlei Händler abklappern.

Dazu kommt ein sehr gewaltiges Problem: Die Welt ist grandios. Sie ist riesig, belebt und es macht Spaß, sie zu erforschen. Dummerweise können die Charaktere und die Storyline da nicht mithalten, hier hat Bethesda großen Nachholbedarf, um an Bioware anzuknüpfen. Selten waren mir die Charaktere in einem Rollenspiel so egal, das darf einfach nicht sein! Und die Story, oh bitte! Und bei all dem habe ich noch nichtmal die unzähligen Bugs und Ungereimtheiten (schön, dass die Leute mich durch Wände und geschlossene Türen beim Diebstahl erwischen können!) erwähnt…

Nein, Skyrim wird nicht mein Spiel des Jahres. Es ist zweifelsfrei ein super Spiel, mit dem ich auch noch einige Zeit verbringen werde, aber es hat zuviele Makel an den Stellen, wo ein Rollenspiel für mich einfach mehr bieten muss. Trotzdem kann man wohl keinem, der es zu seinem Game of the Year gekürt hat, einen Vorwurf machen: Sie sehen über die Makel nur eher hinweg als ich es bereit zu tun bin. Soll vorkommen – ich sehe dafür sicherlich bei anderen Spielen über manche Makel hinweg, die andere Leute kritisieren. Passt also.


2 Kommentare zu “Nachtrag zum Spiel des Jahres 2011

  1. Nein. Uncharted (als Serie) hat einige Defizite, die für mich aber in Ordnung gehen, weil es als Gesamterfahrung wieder passt – etwa die oftmals gleichen Ballereinlagen. Uncharted 3 (als Spiel) hat einige eigene Defizite, die ich geradezu verabscheue – keine Ahnung, was Naughty Dog da geritten hat. Dennoch ist es, objektiv betrachtet, ein rasant inszenierter Actioner, der dem Vorgänger, den ich inhaltlich definitiv für den besseren Teil halte, dann auch technisch und im Multiplayer überlegen ist.

    Ich bin zwar Fanboy (nicht nur von Uncharted), aber nicht blind. Wenn etwas stinkt, dann stinkt es. Eigentlich sind doch gerade Fanboys jene, die am kritischsten sind – weil sie bestimmte Erwartungen an das Spiel haben.

    Skyrim ist so eine Sache. Es versagt in Punkten, die mir an einem Rollenspiel wichtig sind. Dazu kommen diverse richtig fiese Bugs. Und dann mag ich sowas auch nicht mehr als Game of the Year ausrufen…